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Wratislavsche Haus Geschichte

Das Renaissancehaus wurde wahrscheinlich im 16. Jahrhundert durch das Adelsgeschlecht der Wratislaws gebaut. Nach dem großen Brand von Trebon im Jahre 1618 oder nach der Belagerung der Stadt durch die SoldatenHistorische Třeboň General Marradas im Jahre 1622 wurde es aller Wahrscheinlichkeit nach beschädigt und 1623 das erste Mal renoviert. Nach den Wratislaws erwarb vermutlich ein weiterer niederer Edelmann, Jan Ruthard Miroticky aus Malesov, diese bedeutungsvolle Liegenschaft. Von ihm erbte sie seine Frau Ludmila, die sie anscheinend dem schon schriftlich belegtem Mathyas Pilger verkaufte.

Im Jahre 1656 kaufte das Haus Tobias Prattenberger (Preittenberger) für 1350 Kuppen Meisner (Währung). Im Jahre 1672 verkaufte er dann das Gebäude an Jan Kazil, einen Bürger und Ratsherr von Trebon, der es renovierte, verschönerte und im Jahre 1710 für 1000 Goldrheiner (Währung) an Melichar Cibuska verkaufte. Die Witwe Terezie Cibuskova verkaufte dann das weiter verbesserte Haus im Jahre 1740 für 2000 Goldrheiner (Währung) an ihren Schwiegersohn Filip Thurner. Die Witwe Ludmila Thurnerova, geborene Cibuskova, überließ das Haus ihrem zweiten Ehemann Josef Schatz.

Im Jahre 1773 übernahm Karel Solberger das Gebäude für eine Summe von 1400 Goldrheiner (Währung). Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde das Haus bei dem großen Brand von Trebon 1781 wie die anderen Häuser der Stadt beschädigt; damals entstand vermutlich der neue Dachstuhl, anscheinend auch mit den neuen Decken oberhalb des ersten Stocks. Im Jahre 1808 übertrug die Witwe Antonia Solbergerova das Haus im Wert von 6937 Gulden (Währung) an ihren ersten Sohn Frantisek Solperger, einen Bürger und Geschäftsmann. Noch im Jahre 1870 ist im Stadtbuch als Besitzer Frantisek Solperger angeführt. Im Grundbuch der Stadt Trebon knüpft daran dann der älteste Eintrag aus dem Jahre 1866 an, wo als Eigentümer schon Antonin Bresky aus Birkenfels eingeführt ist. Unter diesem Besitzer wurde wahrscheinlich ein pseudohistorischer Umbau einschließlich der Instandsetzung der Fassade und des Treppenhauses durchgeführt.

Das Wratislavsche Haus um das Jahr 1905Im Jahre 1901 kauften die Eheleute Jan und Matylda Tesar das Gebäude. Zu dieser Zeit wurde auf der Stirnseite zunächst eines der später zwei Holzschaufenster angeschafft. Im Jahre 1930 ging die Hälfte des Hauses von Matylda Tesarova an Jan Tesar den Älteren über. Im Jahre 1948 erhielten Marie Broukalova, Bozena Duskova und Dr. Jan Tesar einen Eigentümeranteil von je einem Drittel. Im Jahre 1960 ging das Haus mittels eines aufgezwungenen Spendenvertrages in den Besitz des Tschechoslowakischen Staates über. Im Jahre 1980 wurde eine ziemlich ungeeignete Adaption des Erdgeschosses durch die Herunternahme der Holzschaufenster und die unauffällige Lösung der Schildstirnseite durchgeführt.

Im Jahre 1991 erhielten die Nachkommen der ehemaligen Eigentümer in der Restitution das Haus zurück. Sie führten eine Dachrenovierung durch und verkauften das Haus 1999 den jetzigen Eigentümern. Nach der Durchführung einer bauhistorischen Untersuchung und nach der Konsultation des Amtes für Denkmalpflege von Ceske Budejovice führten die neuen Eigentümer im Jahre 2001 eine Gesamtrekonstruktion durch. Die genehmigte Renovierung soll alle architektonisch wertvollen Elemente des Spätreinassancehauses schützen und hervorheben.

Die erhaltenen architektonischen Details und Elemente sind laut der bauhistorischen Forschung:

  • die pseudohistorischen Elemente der ganzen Seitenfassade und über dem 1. Stock der Frontwand einschließlich des Schildes, der beschlagenen Elemente, der Fensterverteilung und der Fenstertypen,
  • die Renaissancewölbungen und die späteren Wölbungen des Kellergeschosses und des Erdgeschosses,
  • das pseudohistorische Treppenhaus einschließlich des Geländers und der Steinsäulen,
  • die flachen Zimmerdecken mit Fabionen (Stuckdekorationen) im 1. Stock,
  • der offenbar pseudoklassizistische Dachstuhl und das Schornsteinsystem,
  • der Rest einer wahrscheinlich gemauerten Laube oder eines Portals der Einfahrt im Erdgeschoss rechts an der Stirnseite,
  • das System der vermauerten Öffnungen und Nischen in der Wand zum Nachbarhaus Nr. 85,
  • die Gitterfenster in der Stirnseite der beiden Erker im Dachbodenteil zum Haus Nr. 85,
  • der Steintürpfosten beim Eingang zum Geschäft an der Stirnseite,
  • das Steinportal hinten im Anbau des Erdgeschosses mit neueren Türen und Scharnieren,
  • die Steinstufen vor dem Eingang ins Geschäft an der Stirnseite,
  • die älteren Farb- und Verputzschichten unter der bestehenden Fassade,
  • das beschlagene Gehänge eines Aushängeschilds.

Über das Wratislavsche Haus und seine Geschichte könne Sie auch in Wikipedia lessen.

Fotogalerie

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Das Wratislavsche Haus - Geschichte